Den Starken vor dem Schwachen schützen

von Christian Müller (Kommentare: 0)

Ein Artikel unseres Geschäftsführers Reiner Kafitz. Wir freuen uns über Ihre Erfahrungen, Meinungen und Anregungen in den Kommentaren. 

Vor ein paar Jahren hatten wir plötzlich einen Verkaufsmitarbeiter, der ausschließlich  intern verkaufte. Er war äußerst charmant, redegewandt und versuchte damit seine Kollegen zu überzeugen, ihm Aufträge zuzuschieben, damit er am Ende des Tages nicht ganz so schlecht da stünde.

 Als ich diesen Mitarbeiter daraufhin ansprach, hatte er natürlich eine gute Ausrede. Fakt war jedoch, er trieb sein Spiel weiter. Die Kosten fielen also mehrfach an:

  1. Für den Mitarbeiter, der keine Erträge erwirtschaftete.
  2. Für die anderen Mitarbeiter, die von ihrer Arbeit abgehalten wurden.
  3. Auch ich als Geschäftsführer musste mich mit dem Thema mehrfach auseinandersetzen.

Mir wurde bewusst, dass es meine Aufgabe ist, die Starken vor dem Schwachen zu schützen. Schwach nicht in dem Sinne, dass jemand gerade eine schlechte Phase hat, sondern dass jemand nicht die erforderliche Leistung bringen kann. Als ich die leistungsstarken von den ständigen Störungen befreite, konnten diese wieder richtig zulegen und Aufträge generieren. Nicht ich hatte entschieden, dass der Betreffende das Unternehmen verlassen musste, er hatte es selbst entschieden, mir oblag lediglich die Umsetzung. Mein Eindruck war deutlich: Der Mitarbeiter hatte sich dafür entschieden, nicht die volle Leistung zu bringen - und hatte dabei noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen.

 

Rechtzeitig Konsequenzen ziehen

Angesichts dieser Erfahrung stellte sich mir die Frage, ob ich leistungsschwache Mitarbeiter lange bezahlen will und gleichzeitig in den - bei ihnen meist höheren - Verwaltungsaufwand investiere. Dermaßen auf den Punkt gebracht ist die Angelegenheit natürlich eindeutig und einfach. Mir gehen dabei im Vorfeld allerdings 100.000 andere Gedanken durch den Kopf, wie ich diese Nicht-Leistung oder diese Verweigerung vor mir selbst rechtfertigen kann und suche Erklärungen dafür, aus welchen Gründen es gerade nicht so gut klappt. Und ich überschätze die Erfolgsaussichten, die mir der entsprechende Mitarbeiter suggeriert.

Leider kann ich nicht von mir behaupten, dass ich solche Situationen auch nach dieser Erfahrung immer optimal angehe. Immer wieder stelle ich fest, dass ich notwendige Entscheidungen hinauszögere und das ist weder gut für die Firma, noch für den Mitarbeiter, noch für mich. Ein Mitarbeiter, der dauerhaft keinen Erfolg hat, verliert nach und nach Selbstvertrauen und je länger wir es zulassen und diesen Zustand konservieren, desto geschwächter geht er  - nur eben später.

Daher kann ich Ihnen nur empfehlen, solche Entscheidungen zeitnah zu treffen. Sie werden sich nicht von selbst lösen. Und Sie setzen damit Ihre Leistungsträger für Spitzenleistungen frei.

Mit nur zwei Fragen treffen Sie die richtige Entscheidung:

1.      Würde ich den Mitarbeiten heute wieder einstellen, nachdem ich mehr über ihn weiß?

2.      Wäre ich traurig, würde er selbst heute kündigen?

 

Ein einziges Nein genügt. Mit diesen Fragen versachlichen sie das Thema und versetzen sich selbst in die Lage klar zu entscheiden. Und das ist ihre Aufgabe sein – mit und ohne Begeisterung!

 

 

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